Antifaschisten
2025-01-22 - Die rote Linie der Antifaschisten zur Eindämmung der AfD.
Autor
Michael Theis
Es geht im folgenden um Aussagen, Meinungen und Interpretationen, die aus dem Umfeld der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e.V." stammen, soweit ich das recherchieren konnte. Die Informationen waren knapp.
Die deutschen Antifaschisten (Antifa) kämpfen gegen die Rückkehr der nationalsozialistischen Ideologie und ihrer Spielarten. Noch immer gibt es in Deutschland Menschen und Gruppen, die den Nationalsozialismus, wie ihn die Hitleristen gelebt haben verherrlichen. Sie ignorieren oder verleugnen das Unrecht und die Schreckenstaten, insbesondere den Holocaust, die systematische Ermordung von etwa 6 Millionen Juden in Europa, aber auch die Kriegstreiberei und die verbundenen Völkerverbrechen.
Insgesamt planten die Hitleristen die Ermordung von etwa 11,3 Millionen Juden ohne die Slawen, die sogenannten Unwerten und die politischen und militärischen Gegner.
Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz
Adolf Hitler war damals - auf dem Höhepunkt seiner Macht - ein angesehener Politiker und beliebter Mensch. Das wurde deutlich bei der Integration von Österreich. Auch schiere Größe war schon immer ein Grund für Freunde und Jubel. Nach 1933 wurden viele technologische Erfindungen gemacht und das Fundament der modernen Sozialgesetzgebung gelegt. 1936 glaubten viele Deutsche im besten Deutschland aller Zeiten zu leben und sie hatten damit im Bezug auf viele Aspekte durchaus recht. Den Deutschen ging es hervorragend und sie waren in der Welt geachtet.
Deutschland wurde von harter Hand geführt um eine mächtige Armee aufzubauen. Adolf Hitler hatte die uneingeschränkte Macht eines Kaisers. Gewalt musste er kaum anwenden. Die allermeisten Menschen waren bereit ihm zu folgen. Allerdings existierten mehrere polizei- und geheimdienst-ähnliche Organisationen, die das Land überwachten, steuerten und auch verängstigten. Die Medien waren vollständig unter der Kontrolle der staatlichen Behörden und wurden intensiv für Propagandazwecke eingesetzt. Das Volk wurde geschulmeistert und die Deutschen liebten es, aus preußischer Tradition. Der Nationalsozialismus hatte fast das Ansehen einer Religion und verbessere seine Stellung in allen Bereichen der Gesellschaft kontinuierlich. Die Hitleristen waren stolz wie Oskar eine so perfekte Ideologie zu haben, die sie auch militärisch überlegen machte. So glaubten sie. Dieser Nimbus wirkt auch heute immer noch nach. Es war keine bürgerliche, kapitalistische, freiheitliche oder individualistische Ideologie, wie sie die AfD verfolgt, sondern eine kollektivistische und sozialistische, die das Volk und die Masse in den Vordergrund stellte. "Du bist nichts, dein Volk ist alles" war das Motto.
Der Nationalismus und die verschiedenen Völker waren hoch angesehen. Den Imperialismus gab es nur in Form von Kolonien. Hitler liebte die Geografie und studierte mit Vorliebe Landkarten. Schon vor 1933 hatte er eine politische Vorstellung von den "Vereinigten Staaten von Europa". Er war der EU intellektuell um Jahrzehnte voraus. Der Nationalismus war nur ein Aushängeschild. Es ging von Beginn an um Kontinentalismus, um die Implementierung einer sozialistischen multivölkischen Gesellschaft in Europa unter deutscher Führung. Andernfalls hätte man alle eroberten Völker vollständig ausmorden müssen. Dies war jedoch nicht geplant. Nur die Juden sollten vollständig verschwinden, auch um das Christentum zu fördern, denn die Juden waren so etwas wie die Totfeinde der Christen. Sie galten als Christusmörder. Der Antisemitismus war ein politischer Kampfbegriff im Zusammenhang mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen auf der Basis der jungen Evolutionslehre. Viele Aspekte spielten letztlich zusammen um den Holocaust organisatorisch so perfekt zu ermöglichen. Wahnsinn.
Die Antifaschisten haben die panische Angst, dass aus der Verherrlichung der alten Zeiten wieder ein Mörderregime erwachsen könnte und reagieren übersensibel, wenn es dafür, auch nur die kleinsten Anzeichen gibt. Sofort läuten bei ihnen alle Glocken. Das erklärt die irrational überzogene Haltung gegenüber der AfD, die regelrecht dämonisiert wird.
Die Antifaschisten würden gerne in der deutschen Gesellschaft eine autoritäre rote Linie ziehen, die die AfD und all ihre Sympathisanten vollständig ausgrenzt und in das politische Abseits stellt. Das Äußern bestimmter Ansichten soll geächtet werden, also zu einem Tabu aufsteigen. Dazu schreiben sie folgendes.
Das Kampagnenziel: Die “Rote Linie” neu ziehen
Im Nachkriegsdeutschland waren offen auftretende Nazi-Organisationen meist gesellschaftlich geächtet und isoliert. Das war keine Selbstverständlichkeit, sondern das Resultat von antifaschistischen und antirassistischen Kampagnen gegen NPD, Republikaner*innen und andere. Auch wenn es immer Rassist*innen in der Mitte der Gesellschaft gab und gibt, waren klar rechte Parteien wie die NPD tabu.
Genau das gerät gerade ins Wanken: Die AfD greift weit aus und reißt Tabus ein. Sie setzt immer neue Themen, die andere aufgreifen. Vor allem aber ist die Rote Linie der Ächtung und Isolation durchbrochen. Rassistische Positionen werden von der AfD offen vertreten und immer mehr Menschen bekennen sich zu diesen.
Hier setzen wir an: Wir wollen die Linie der Ächtung neu ziehen. Wir wollen deutlich machen: Rassist*innen und Faschist*innen sind keine Alternative, mit der man sich gemein machen sollte. Uns ist dabei klar, dass wir nicht alle Rassist*innen vom Gegenteil überzeugen können, aber wir wollen die Linie der Akzeptanz neu ziehen. Damit klar wird: “Wenn du bestimmte Ansichten vertrittst, überschreitest du die rote Linie.”
All das ist nach aktueller Rechtslage mehr oder weniger verfassungsfeindlich, denn wir leben in einem freiheitlichen System und dürfen bis auf ganz wenige Ausnahmen alles öffentlich sagen. Wir dürfen sogar Unsinn reden und Kritik in scharfer Form äußern. Die Interpretation der politischen Positionen der Alternative für Deutschland ist sehr stark umstritten. Die einen sehen in der AfD den Weg in die autoritäre Hölle und die anderen die einzige Rettung für Deutschland und die logische Weiterentwicklung der Demokratie hin zu Volksabstimmungen. Wir befinden uns in einem politisch gespalteten Land, nicht weit entfernt vom Failed State. Und es scheint so, als sei das von ganz oben herab so gewünscht. Es wird nichts unternommen, um den Nebel zu lichten. Dabei wäre es so einfach, mehrere runde Tische und Kommissionen einzurichten um die Fragen zu beleuchten. Es müssen mehrere Aktivitäten sein, damit einen Einflussnahme erschwert wird. Den Großkopferten ist nicht zu trauen, sie ziehen alle Register um ihre Macht zu sichern.
Aber auch die Hitleristen werden extrem unterschiedlich interpretiert. Die einen halten sie für rechte Nationalisten und völkische Menschenzüchter und die anderen für sozialistische Imperialisten und Militaristen, die ein Weltreich zusammenklauen wollten. Die Unterschiede und das Chaos könnten kaum größer sein.
Ich glaube, dass die linksextremistischen Hitleristen ein Gerechtigkeitsproblem hatten, denn sie empfanden die Niederlage im Ersten Weltkrieg als himmelschreiende Ungerechtigkeit. Mit weiteren Kriegen sollte die Schmach aus der Welt geschaffen werden. Um das zu bewerkstelligen war die Beherrschung der Massen und eine Gleichschaltung notwendig, bei gleichzeitiger Intensivierung der Arbeitsleistung, denn es musste eine große Armee ausgerüstet werden. Aus heutiger Sicht war es ein autoritäre Sozialismus, der die Interessen des Volkes missachtete.
Beim Nationalsozialismus handelt es sich nicht um normale Geschichte, sondern um ein Werkzeug zur politischen Instrumentalisierung. Der Nationalsozialismus ist ein Folterwerkzeug, um den politischen Gegner zu quälen und um die eigenen Positionen zu ermächtigen. Schrecklich.
Ich sollte erwähnen, dass ich selbst überzeugter und gut informierter AfD-Wähler bin und mich ein Leben lang mit politischen Fragestellungen privat beschäftigt habe. Den Kapitalismus halte ich für die beste Erfindung der Menschheit.
Nicht einverstanden bin ich mit der vollständigen Dämonisierung des Völkischen, weshalb ich mich provokativ als "völkischen Nationalisten" bezeichne, denn ich bin auf der Seite der souveränen und verfassungsgebenden Völker dieser Erde, die ich gefährdet sehe durch den imperialistischen Machtanspruch der starken militaristischen Nationen. Deutsche Embleme besitze ich nicht. Ich befürworte die Kleinstaaterei und die Direkte Demokratie. Ich warne davor, mich vorschnell in eine Schublade zu stecken. Es könnte ein Fehler sein. Gönnen Sie sich die Zeit einer vorherigen Auseinandersetzung.
Die Antifa ist eine linkskulturelle bis linksextremistische Bewegung und sie kämpft gegen eine kontinentalsozialistische Ideologie, die zwar nicht auf Karl Marx basiert, aber alle Merkmale einer kollektivistischen und damit linksgerichteten Grundhaltung hat. Das ist echt seltsam, um es vorsichtig auszudrücken. Adolf Hitler war ein Linksextremist. Er agierte in einer sozialistischen Elite und war definitiv nicht bürgerlich, nicht kapitalistisch, nicht marktwirtschaftlich, nicht rechtstreu, nicht demokratisch, nicht freiheitlich, nicht antiautoritär, nicht konservativ, nicht nationalistisch und damit nicht rechts. Hitler war ein Linker.
Die basisdemokratische AfD mit der sozialistischen NSDAP in herabwürdigender Weise in Verbindung zu bringen ist eine intellektuelle Minderleistung, die ich in einer derart ausgeprägten Form noch nie erlebt habe. Das ist Volksverhetzung.
Was denken Antifaschisten?
2024-04-01 - Selbstverständnis - Antifaschistisches Kollektiv 37 - Hildesheim
https://antifahi.blackblogs.org/selbstverstaendnis
https://archive.ph/SU2iy
